
Wendelstein (1838 NN) König-Maximilian-Weg
Von der Königslinde direkt durch die kleine Kuranlage, vorbei am Musikpavillon, kurz danach links über die kleine Holzbrücke und auf der Michael-Meindl-Straße bis zum Alpenfreibad. Hier zeigt der Wegweiser nach links und nach 150 Meter rechts bergauf. Nun führt der Weg steiler bergauf, vorbei an der Abzweigung zum Wasserfall, nach einigen hundert Metern dann unterhalb der Alpenstraße bis zur ersten Haarnadelkurve. Geradeaus weiter führt der Weg kurz darauf vorbei an den ersten Niederalmen und dann in einer langen Serpentine hinauf zum Legerwald. In weiteren steileren Serpentinen führt nach überschreiten des Wendelsteinbaches der Weg teils sonnig, teils schattig bis zur Wendelsteinalm. Durch einige große Fichten geht es dann nach links den Hang hinauf bis kurz vor die Felswand des Wendelsteinmassivs. Der König-Maximilian-Weg zweigt hier rechts ab und führt auf einer Trasse unterhalb der Felsen hinauf zur Zellerscharte und dann über den Rücken der Schwaigerwand bis zum Wendelsteinhaus. Von der Sonnenterrasse des Wendelsteinhauses ist der Gipfel dann nur noch 20 Gehminuten entfernt.
Panorama-Gipfelrundweg
Ein einstündiger (2 km) Bergspaziergang von recht ungewöhnlicher Art. Er beginnt und endet beim Wendelsteinhaus, führt über einen gesicherten Steig zunächst zum Gipfel und von dort um das Gipfelmassiv herum zur Wendelsteinhöhle und dann wieder zurück zum Wendelsteinhaus. Auf der Strecke sind an den aussichtsreichsten Punkten Ruhebänke aufgestellt. Der Weg ist zwar gut ausgebaut, festes Schuhwerk ist jedoch für die Begehung unbedingt erforderlich.
Vor über 140 Jahren, am 14. Juli 1858, erhielt Bayrischzell hohen Besuch: König Max II Josef von Bayern kam auf seiner mehrwöchigen Reise durch das Königreich vorbei und ließ es sich nicht nehmen, mitsamt Gefolge und in Begleitung des ganzen Dorfes hinaufzusteigen zum Wendelstein. Allerdings nur zeitweise auf den eigenen Beinen, meist standesgemäß zu Pferde. Vier Stunden dauerte der Anstieg, eine mühsame "Kletterei”, dann war man endlich bei der Gipfelkapelle auf dem Wendelstein angekommen. Sängerinnen aus Bayrischzell sangen wieder all die heimatlichen Lieder, die der König so gerne hörte, selbstverständlich auch das "Wendelsteinlied”. Währenddessen genoß der König die herrliche Aussicht und dann ging es wieder hinab ins Tal, zuerst einmal zur Steffelhütte, wo sich der König, der kulinarischen Freuden bekanntlich nicht ganz abgeneigt war, stärkte. Ein Hammel wurde geschlachtet und die Sennerin machte frische Schmalznudeln, die König Maximilian offenbar besonders gut schmeckten. Dreimal soll er zugelangt haben. Als die hochherrschaftlichen Wanderer bei Dunkelheit endlich müde zu Tal kamen, leuchteten ihnen Burschen mit Fackeln heim und bildeten dabei ein großes "M”.
Zur Erinnerung an seine Wendelstein-Besteigung schickte der König eine Marmortafel mit Inschrift, die aber später zertrümmert wurde und nicht mehr auffindbar ist. Nach dem Königsbesuch wurde auf Vorschlag des Steffelbauern Stephan Staudacher eine Linde gepflanzt, die auch heute noch als kräftiger und mächtiger Baum in der Ortsmitte von Bayrischzell steht.
Der Wendelstein ist heute der bekannteste und meist bestiegene Berg in den Bayrischen Alpen mit großartiger Aussicht vom Watzmann bis zur Zugspitze und in die österreichischen Zentralalpen. Der Wendelstein beherbergt die Bergstationen der Zahnradbahn und der Seilbahn, einen leistungsfähigen Gastronomiebetrieb, das Wendelsteinkirchlein, eine Sternwarte, eine Station des Deutschen Wetterdienstes, die Sendeanlagen des Bayerischen Rundfunks, den Gipfel-Panoramaweg, eine Sonnen- und Windenergie-Anlage und den Geopark Wendelstein. Es führen viele Wege auf den Wendelstein, wir beschreiben hier den historischen Weg, auf dem auch König Max II auf den Gipfel des Wendesteins gelangte. zurück



